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Geehrte Tradition, eigener “Grund und Boden” seit 31. August 2020

Ein neues Kraftfeld der Liberal-Katholischen Kirche für Deutschland hat sich am 31. August 2020 gebildet. Als Ergebnis der Ablösung von der Liberal-Catholic Church progressive branch entsteht nun in direkter Folge eine eigenständige und libertäre Kirche, die sich der Tradition seit 1916 verbunden fühlt, jedoch ihre Kirchlichkeit neu begründet hat.

Als ehemalige Diözese der reformierten Synode der Liberal-Catholic Church steht Deutschland nun mit einem Bischof aus der Mathew-Sukzession (Apostolische Nachfolge) am Anfang einer neuen Tradition, die sich geringfügig im Sinne der Prinzipien von der seit 1916 bestehenden LCC unterscheidet; Liturgie und sakramentale Struktur bleiben vollständig erhalten. Die Liberal-Katholische Kirche in Deutschland wird administrativ nicht durch eine Allgemeine Bischofs-Synode gelenkt und administriert, sondern durch den jeweiligen Ordinarius geleitet. Jede Gemeinde oder Region organisiert sich eigenständig. Strikte Normen hinsichtlich der Konzelebration entfallen, um im Bereich des Altardienstes größere ökumenische Möglichkeiten zu eröffnen. Es existieren keinerlei Ab- und Anhängigkeiten oder Verbindungen zu Geheimgesellschaften, Orden oder sonstigen kirchenfremden Organisationen, die mit Lehrinhalten, Verhaltensnormen oder Ideologien auf Geistliche, Kleriker oder die Gemeinschaft als Ganzes einwirken können. Sämtliche (neu-sozialistische) Speisever- und gebote (z.B. Vegetarismus, Veganismus) oder sonstige Verhaltensrichtlinien (z.B. hinsichtlich Alkohol- und Tabakkonsum) sind gänzlich abgeschafft. Forschungswege wie z.B. die Theosophie oder Anthroposophie sind Gegenstand der jeweiligen wissenschaftlichen Arbeit des Einzelnen, jedoch keine verbindlichen Lehrinhalte der Kirche, wenn auch z.B. die Werke Rudolf Steiners, C.W. Leadbeaters und J.I. Wedgwoods weiterhin sehr geschätzt und für Forschung und Bildung verwendet werden.

 

Neuer Bund

Der Katholische Bruderbund hat sich im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der Unabhängigkeitserklärung formiert und zeigt einen Weg auf, der in Freundschaftlichkeit und Zusammenwirken bekannte ökumenische Modelle weit übersteigt. Gleichwohl können Tradition und Eigenständigkeit der jeweiligen Bruderkirche vollständig erhalten bleiben. Der Bund fußt auf Vertrauen, Ehrwürdigkeit und Offenheit. Nur durch die Bereitschaft und Intelligenz der beteiligten Kirchenleitungen konnte eine Geistliche Leitung für die LKK in Deutschland in direktem Anschluss an die Ablösung von der LCC möglich werden.

Die Unabhängig-Katholische Kirche und die Liberal-Katholische Kirche schreiten nun in brüderlicher Verbundenheit unter der geistlichen Leitung von Erzbischof Karl-Michael Soemer in eine gesicherte kirchliche Zukunft. Die administrative Leitung der LKK wird durch Generalvikar Daniel Becker sichergestellt.  Zu diesem Anlass wurde das Kanonische Rechtswerk der LCC abgeschafft und wird zu gegebener Zeit durch einen Minimal-Codex ersetzt, der prospektiv im Bruderbund als Grundlage der Kirchlichkeit im organisatorischen Sinne dienen kann. Erzbischof Karl-Michael Soemer ist auch weiterhin leitender Bischof der Unabhängig-katholischen Kirche. Ihm steht bei der Leitung der UKK der Bischofsvikar der Schweiz, Patrick Scheiner, zur Seite.

 

Rückbezug auf Bischof Arnold Harris Mathew

Die Liberal-Katholische Kirche bezieht sich zwar in ihrem liturgischen und kirchlichen Selbstverständnis auf die Tradition der Liberal-Catholic Church seit 1916, beginnt jedoch hinsichtlich der Sukzessionslinie (Apostolische Nachfolge) erneut bei Bischof Arnold Harris Mathew als in der Alt-Katholischen Nachfolge konsekrierten Bischof. Somit ist die Liberal-Katholische Kirche in Deutschland kein schismatischer Ableger bekannter Zweige der LCC, sondern ein vollständig neuer Kirchenkörper im Liberal-Katholischen Geistwirken.