Ausbildung und Weiterbildung

Ihre Bewerbungsphase | Seminar |  FAQ


Wir freuen uns über Ihr Interesse an einer Ausbildung in unserer Kirche. Ziel unserer Bemühungen um Sie und mit Ihnen ist der Dienst im klerikalen oder geistlichen Amt in der Gemeinde, im Sanktuarium und am Altar. Zu den verschiedenen Aspekten der Ausbildung können Sie sich im Weiteren informieren.

Es gibt einige wichtige Dinge, die Sie vor Beginn der Ausbildung für sich gedanklich bearbeiten sollten, damit Ihr Weg für Sie und uns zu einem erbaulichen und freudigen werden kann. Sie werden eingeladen zu einem monatlich stattfindenden Seminarwochenende, in dem der Lehrgangsplan entsprechend der verschiedenen Themen entfaltet wird. Je nach Weihegrad der anwesenden Teilnehmer*innen variieren die liturgischen Übungen oder Literaturbearbeitungen. In jedem Fall liegt die Betonung in den Zeiten des Wiederaufbaus unserer Kirche auf der Pastorale. Das bedeutet, dass wir nicht “in monastischer Verzückung schweigend im Kreis sitzen und uns in Ekstase atmen”, sondern dass wir den Altardienst in seiner Vielseitigkeit einstudieren, erklärende Literatur bearbeiten und Grundfragen des Christentums aus christlich-gnostischer Sicht besprechen. Dazu gehört eine Vielzahl verschiedener wissenschaftlich-didaktischer Ansätze (wie z.B. auch Einführung in theologische Denkbewegungen, Kirchengeschichte und -systematik), die durch die Seminarleitung für Seminaristen wissensstandsgerecht ausgerollt werden. Vielseitig forschende Seminaristenn kommen mit Ihren Ideen und Gedanken jederzeit zu Wort, jedoch ist das Seminar kein Ort für “spontane Liturgiereformen” oder “neo-shaktisch-marianische Visionsbekundungen”. Wir richten unser Denken, Fühlen und Wollen auf die Christuswesenheit aus, forschen frei und ohne dogmatische Grenzen.

Das Amt in der Liberal-Katholischen Kirche steht in der apostolischen Sukzession und ist eine gültige Weihe im Dienst von Christus unserem Herrn und Meister. Aus diesem Grund erwächst eine große Verantwortung für Sie selbst und Ihre Mitmenschen, gleich welcher Religionszugehörigkeit jene auch immer sein mögen. Der Dienst in den Niederen oder Höheren Weihen macht Sie nicht qua Weihe zu einem “besseren Menschen”, sondern verleiht Ihnen neue Möglichkeiten für die Entfaltung Ihrer durch Christus angelegten seelisch-geistigen Fähigkeiten. Diese Tatsache ist jedoch eine lebenslang fortschreitende Entwicklung und ein fortwährender sakramentaler Auftrag im Volk Gottes, mitten im Leben.

Das Wirken in unserer Kirche ist in allen Funktionsbereichen, Beauftragungen und Ämtern ehrenamtlich und wird nicht vergütet, ebensowenig sind wir eine KöR (Körperschaft öffentlichen Rechts), und deswegen verhängen wir auch keine Zwangszahlungen (Kirchensteuer, Kirchgeld, Mitgliedsbeiträge). Eine Gemeinde finanziert sich aus eigenen Mitteln und ist in Ihrer Arbeit dem Grunde nach selbstständig, solange ein installierter Pfarrer (Rektor) ihr vorsteht. Der durch einen Pfarrer begleitete Filialgemeindeaufbau (Kuratie) an Ihrem Wohnort ist erwünscht und erfolgt in der Regel langsam, fluktuierend über den Kontakt und das intensive Gespräch mit christlich-gnostisch forschenden Menschen. Oft werden die Gottesdienste – wenn möglich – in Ihrem heimischen Oratorium zelebriert und später findet sich eine größere oder schönere Örtlichkeit.

Vor Ihrer Bewerbung sollten Sie uns erst einmal besuchen kommen und versuchen, sämtliche Inhalte auf der LKK-Hauptseite zu erfassen und sich inhaltlich zu erschließen. Darüber hinaus können Sie gerne mit uns einen Gesprächstermin vereinbaren und ggf. Literatur bei uns anfragen.

Ich freue mich auf Ihre Bewerbung und helfe Ihnen gerne, Ihrer Berufung den Weg zu ebnen.

 

Generalvikar Daniel Becker

 


Ihre Bewerbungsphase:

  • Vorbereitung eines schriftlichen Lebenslaufes
  • Zusammenstellung persönlicher Daten und Kontaktinformationen
  • Kopien von Tauf- und Firmungsurkunden, ggf. Weiheurkunden (falls vorhanden, keine Voraussetzung) vorbereiten.
  • Anschreiben und Vorstellung mit Portraitbild (Foto) erstellen.
  • Diese Informationen schicken Sie dann an den Seminarleiter. Ihre Bewerbungsunterlagen werden nach erster Durchsicht persönlich an den Bischof weitergeleitet.
  • Ihr anschließendes (oder natürlich auch gerne vorausgehendes) Erscheinen in einem unserer Sonntagsgottesdienste in Bonn ist Bedingung für den weiteren Aufnahmevorgang.
  • Die apriorische Beratung über jegliche Chat-Plattformen (z.B. Facebook) können wir leider auf Grund der ausufernden Beratungsanfragen in der Vergangenheit nicht mehr anbieten.  Wir antworten gerne auf strukturiert verfasste E-Mails oder Briefe.
  • Sollten Sie Bedarf für eine Biographiearbeit vor Beginn Ihrer Ausbildung haben, können Sie gerne einen Telefontermin oder ein Gespräch im Pfarrhaus Bonn mit dem Seminarleiter vereinbaren.
  • Wenn Sie bereits im Vorfeld Interesse an ausbildungsbezogener Literatur haben, bestellen Sie bitte NICHT bei LULU.com, sondern schauen Sie in den Bereich Liturgie oder fragen Sie direkt bei der Seminarleitung für die Bereitstellung der Materialien an.
  • Gästehaus in nahezu fußläufiger Umgebung: www.cjd-godesberg.de
  • Informationen zur Mitgliedschaft in der LKK
  • Bitte nutzen Sie ggf. die Kommentarfunktion auf dieser Seite, um dringende Fragen zur Ihrer Bewerbung abzuklären. (siehe Seitenende)

 

Das Seminar

Zur Zeit arbeitet die Diözese Deutschland mit Ausbildungsmaterialen in Niederländischer und Englischer Sprache; Englischkenntnisse sind für das Arbeiten mit den Studienmaterialien folglich noch notwendig. Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt in der Gemeinde Bonn im Rahmen von Wochenendkursen, die in der Regel monatlich stattfinden können.

Die Ausbildung in der LKK erfolgt für den theoretischen Bereich größtenteils im Eigenstudium, das durch einen Geistlichen begleitet wird. Erlernte Inhalte werden während der Trainingswochenenden diskutiert und in den verschiedenen Gottesdiensten praktisch angewendet und geübt. Das regelmäßige und persönliche Erscheinen am Ausbildungsort ist notwendig.

  • Altsprachliche Kenntnisse (z.B. Griechisch) sind keine Grundvoraussetzungen für den Ausbildungsbeginn. Jedoch sollte Interesse am Erwerb von diesbezüglichen Kenntnissen vorhanden sein.
  • Theologisches Vorwissen ist zu empfehlen, ist jedoch keine Voraussetzung.
  • Amtssprache der LKK ist Deutsch, jedoch liegt der größte Teil der Seminarunterlagen traditionsbedingt bislang nur in englischer Sprache vor.
  • Für den Beginn der Ausbildung hinsichtlich der Entwicklung ins klerikale Amt ist die Mitgliedschaft in der LKK notwendig.
  • Die Sakramente der Taufe und der Firmung müssen gültig gespendet worden sein, damit anschließende Weihen während (zumeist die Niederen Weihen) und nach der Ausbildung (Höhere Weihen) erfolgen können.
  • Jegliche Schritte zu einer Weihe (zumeist die Niedere Weihen), die den unwiderruflichen Eintritt in den Klerus der LKK bedeutet, unterliegen im Regelfall einer Wartezeit von mindestens einem Kalenderjahr.
  • Die Ausbildung ist kostenlos.
  • Die Dauer der Ausbildung orientiert sich am individuellen Fortschritt, der persönlichen Einschätzung und der bischöflichen Entscheidung.
  • Weihen anderer Kirchen, die in der apostolischen Sukzession stehen, können unter Umständen relevant im Sinne Ihrer Einordnung im Klerus sein, obliegen jedoch von Fall zu Fall der Entscheidung des Bischofs. Generell ist jedoch der Weg durch die Niederen und Höheren Weihen für jede/n Kandidaten/in im Sinne der aufeinander folgenden Weihestufen gleich geordnet.

Ziel der Aus- /Weiterbildung ist der regelmäßige Dienst in der Kirche und die aktive Arbeit in der Gemeinde, Gemeinschaft vor Ort (als Kleriker, Ostiarius, Lektor, Exorzist, Akolyth, Subdiakon, Diakon, Priester – je nach Charisma). Da die LKK in Deutschland sich im Wiederaufbau befindet, liegt der Fokus definitiv im Bereich Pastorale.

Derzeitige Ausbildungskomponenten sind:

  • Fernkursmaterial auf Englisch oder Niederländisch
  • Eigenstudium mit Hilfe breitgestellter Literatur (deutsch, english)
  • Praktische Ausbildung in Trainingseinheiten (Bonn)
  • Gespräche mit dem Geistlichen Ausbilder
  • Eigene Arbeit und Gestaltung

 

Leseempfehlung:

Vor der Weihe ist nicht nach der Weihe
Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den freien katholischen Kirchen
im deutschen Sprachraum. Karl-Michael Soemer, März 2020
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Erzbischof Karl-Michael Soemer (UKK) hat sich intensiv mit der Personalentwicklung der letzten Jahren im Kraftfeld der rom-unabhängigen Katholischen Kirchen im deutschen Sprachraum auseinandergesetzt. Seine hervorragende Ausarbeitung ist jedem, der sich für das Mitwirken im Klerus oder ein Geistliches Amt jenseits des römischen Imperiums interessiert sehr zu empfehlen.