Erste Fragen

Wir beantworten viele Fragen auf Facebook, google+ und natürlich auch Anfragen über E-Mail. Wiederkehrende Fragen und Statements zeigen wir Ihnen hier. Momentan tragen wir die Beiträge noch zusammen und veröffentlichen sie schrittweise.

Bitte beachten Sie, dass in diesen FAQ nur Fragen behandelt werden, deren Antworten sich vielleicht nicht direkt aus unseren Texten unter Grundsätze für Interessenten erschließen lassen.

Warum in Gottes Namen noch ein Ableger der Katholischen Kirche?

Darum in Gottes Namen. Die Liberal-Katholische Kirche ist eine Ausprägung der Katholischen Kirche in der Welt und kein AblegerAbleger etwa der Römischen Kirche, oder auch “Römisch-Katholischen” Kirche? Dann müsste die LKK “Römisch-Liberal-Katholische Kirche” heißen.

Die Römische Kirche ist die größte Einheit der Katholischen Kirche, aber nicht DIE Katholische Kirche. Erstere hat ein strenges Regelwerk und eine sehr dichte theologisch-systematische Dogmatik; und nicht jeder Mensch, der sich der Katholischen Tradition innig verbunden fühlt, ist bereit, sich diesen unerbittlichen Regeln und Lehrsätzen zu unterwerfen…und muss es auch nicht.

Ja, in Gottes Namen gibt es viele Kirchenarten und -traditionen, die sich jedoch letztendlich als Teil der einen Kirche Christi im Kosmos verstehen. Es ist also für den sich bewußt entwickelnden Menschen in eben diesem Kosmos selbstverständlich, dass es nicht eine verbindliche und imperiale Sektion (!) der Kirche geben muss, genauso wie es nicht nur eine Sprache, Hautfarbe oder Kultur in dieser Welt geben kann (auch wenn sich das manche Faschisten gerne wünschen würden).

Schauen Sie sich z.B. die synoptischen Evangelien an (die eben auch nur einen Teil der Gesamtliteratur des Christentums darstellen): Selbst aus unversitär-theologischer Sicht wird bestätigt, dass diese Textkörper jeweils für verschiedene Rezipientengruppen komponiert wurden, um im jeweiligen Umfeld die Botschaft unseres Herrn bedarfsgerecht und effektiv zu verkünden. Folglich kann es nur gut und sogar wünschenswert sein, wenn sich Gemeinschaften auf Basis spezieller Forschungsansätze oder Bewußtseinshöhen neu formieren oder aus den geronnenen Strukturen ausformen, um Menschen dort zu erreichen, wo sie sind.

Die Menschheit hat keine Bringschuld der Römischen Kirche gegenüber, sondern die Kirche hat als Dienerin unseres Herrn und Meisters in ihrer Ganzheit (=Katholizität!) eine Bringschuld dem Menschen gegenüber, und das Erkennen der Vielfalt ist die Grundlage für ein gerechtes und friedvolles Leben im durch den Logos entstandenen Kosmos. Alles andere wäre eine völlige Umkehrung der Lehre Jesu.

Ist die Liberal-Katholische Kirche eine Sekte?

Die Liberal-Katholische Kirche ist, genau wie jede andere kirchliche Vereinigung, eine Sektion der einen KircheChristi auf Erden.

Dieser Satz hört sich natürlich sehr theologisch oder verkopft an, soll aber folgendes verdeutlichen:
Jede bekannte christliche Kirche ist auf der gedanklichen Grundlage ihrer jeweiligen Gründer entstanden – auch die Römische Kirche und die Evangelischen Kirchen. Jeder dieser Gründer und die Menschen, die seine Lehren oder Ansichten nachvollziehen konnten, waren und sind der Ansicht, dass es sich lohnt, eine neue Organisation zu gründen, um die jeweils andere Summe der Denkbewegungen nachhaltig zu sichern und rituell zu gestalten.

Dadurch kommt es zu Abgrenzungen und Neugründungen (Sektionierungen) von einer vorhandenen Struktur. Im Fall der LKK war es z.B. die Mutterkirche in Utrecht, die sog. Alt-Katholische Kirche. Letztere ist wiederum eine – in Deutschland – durch die geschaffenen Dogmen des 1. Vaticanums und in den Niederlanden durch den Jansenismus verursachte Abspaltung von der Römischen Kirche. Da die z.B. Alt-Katholische Kirche in Deutschland jedoch eine sog. Amtskirche ist und als Körperschaft öffentlichen Rechts eingetragen ist (und somit im Fall der AKauch Kirchensteuern von den Mitgliedern abgeführt werden müssen), gilt sie nicht als sog. Sekte nach dem üblichen Sprachgebrauch. Die Gründer der Liberal-Katholischen Kirchen wollten (kurz gefasst) die Theosophie als Forschungsgrundlage für ihr Welt- und Menschenbild und eben auch in das Verständnis der Eucharistie einbinden und sahen in den bestehenden Strukturen keine Möglichkeit für eine legitimierbare Weiterentwicklung; somit trennte man sich friedvoll von der Mutterkirche.

Die Verbindung zu anderen christlichen Kirchen in der AcK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) und in der Ökumene im Allgemeinen erleichtert z.B. der Alt-Katholischen Kirche die Öffentlichkeitsarbeit, doch gilt sie in den Augen der Römischen Kirche ebenfalls als abtrünnig von der „wahren Lehre“. Da sie sich jedoch seit Ihrer Entstehung in den 1870er Jahren sehr gut gesellschaftlich etabliert hat, ist die diplomatische Qualität mit der Römischen Kirche mittlerweile auf einem guten Niveau angelangt.

Da die LKK auf Grund der theosophischen Lehrinhalte allgemein von den sog. Amtskirchen in Deutschland nicht als christliche anerkannt wird, entsteht ein verzerrter Eindruck ihrer Kirchlichkeit. Es wird oft verkannt und ignoriert, dass die LKK sich auf die gleichen Glaubensbekenntnisse bezieht, wie die Römische Kirche und die EvangelischenKirchen. Erklären kann man das eigentlich nur dadurch, dass die LKK nicht allein die Theologie als erkenntniswissenschaftliche Quelle für ihre Identität sieht, sondern eben auch esoterische, gnostische und theosophische Lehren. Dadurch verliert sie zunächst die universitär-wissenschaftliche Anerkennung [da sie nicht allein die Bibel, sondern auch diverse apokryphe Texte und z.B. Neuoffenbarungen als Offenbarungsquellen untersucht und in der Verkündigung verwendet], versteht sich jedoch durchaus als vollständig katholisch; auch fundierend auf der nachweislichen Tatsache, dass sie in der sog. Apostolischen Sukzession steht und somit auch aus Römischer Sicht dem Grunde nach gültig Sakramente und Weihen spenden kann und darf. Jegliche Aussagen, die von letzterem abweichen, sind eher politischer als kanonischer Natur.

Die Wissenschaft, die an Universitäten gelehrt wird, ist bekanntlich nicht der Weisheit letzter Schluss – doch erhebt die LKK natürlich nicht den Anspruch, in der alleinigen Wahrheit zu stehen. Dies wäre wiederum unwissenschaftlich.

In vielen evangelischen Nachschlagewerken wird die Liberal-Katholische Kirche zu den Sekten gezählt.
Doch entspricht sie (und das ist mit Nachdruck festzuhalten) keinem der negativen Kriterien solch einer:

  • Niemand wird zur Mitgliedschaft hin gedrängt oder manipuliert.
  • Es gibt kein verbindliches Glaubensbekenntnis für Mitglieder.
  • Die Mitgliedschaft ist kostenlos.
  • Der Austritt ist jederzeit möglich.
  • Die parallele Mitgliedschaft in anderen Kirchen oder Religionsgemeinschaften
    ist möglich, erlaubt und wird nicht hinterfragt.
  • Andere religiöse Praktiken sind für Mitglieder ohne Einschränkungen möglich.
  • Jeder ist zum Empfang der Sakramente eingeladen.
    (Außer den Weihen [z.B. Diakon*innen und Priester*innen], die einen speziellen,
    aber dem Grunde nach frei zugänglichen Schulungsweg erfordern.)
  • Es gibt keinen Verhaltenskodex für Mitglieder.
  • Die Kirche versteht sich als ökumenisch.
  • Mitglieder müssen keine Verträge unterzeichnen.
  • Es gibt keine Verpflichtung zur Spende oder sonstigen Gegenleistungen
    für die Teilnahme an Gottesdiensten oder sonstigen Veranstaltungen.
  • Eine im Widerstreit zur allgemein anerkannten materiell-wissenschaftlichen
    Lehre stehende Grundansicht wird nicht gelehrt.
  • Die Ansichten der LKK stehen nicht im kämpferischen Gegensatz zum
    Staatsgebilde des jeweiligen Landes.
  • Mitglieder werden nicht zu Handlungen oder Verhaltensweisen in
    der Öffentlichkeit veranlasst oder ggf. aufgefordert.
  • Die LKK hat keine Ambitionen, in das Privatleben von Besuchern oder
    Mitgliedern einzugreifen, und gibt auch keine Anweisungen für diesbezügliche
    Verhaltensweisen.
  • Sowohl Mitglieder als auch Geistliche haben seitens der Kirchenleitung
    (=Allgemeine Internationale Bischofssynode) keinen Auftrag zur Missionierung.

In jedem Fall versteht sich die LKK nicht als sog. Sekte im journalistischen Sinne, ist sich jedoch bewußt, dass nicht jeder die esoterischen Aspekte des Christentums als ursprünglich und konform mit den sog. katholischenoder evangelischen Lehren verknüpft sehen möchte. Dies respektieren wir und schätzen den respektvollen Austausch mit sowohl anderen christlichen Kirchen als auch anderen Formen der Religion.

Es gibt nur eine Religion – das, was wir als verschieden wahrnehmen, sind eben jeweils anders klingende Dialekte der gleichen Sprache.

Ist die LKK eine okkulte Tochterorganisation der Theosophischen Gesellschaft?

Sie beziehen sich auf den ersten Teil des Wikipedia-Eintrages. Dieser Textteil ist nicht von der LKK eingepflegt worden und entspricht in seiner Aussage nicht der Realität. Die Liberal-Katholische ist keine okkulte Organisation. Andernfalls würden Sie diese Zeilen nicht lesen können.

Die LKK ist eine vom römischen Imperium unabhängige Kirche. Das macht sie aber weder zu einer Sekte, noch zu einer okkulten Gruppierung!

Verbindungen zur Theosophischen Gesellschaft sind in der Diözese Deutschland nicht mehr existent, wenn auch die Theosophie ein wichtiger Bestandteil und ein angesehenes Werkzeug  in unserer Forschung ist.

Dürfen nur Theosophen und Esoteriker in der LKK Mitglied werden?

Jeder und jede ist in unseren Gottesdiensten willkommen um sich zu beteiligen, die Sakramente zu empfangen und Mitglied in unserer Kirche zu werden. Dabei ist ein esoterisches Welt- und Menschenbild natürlich nützlich, jedoch nicht Grundvoraussetzung. Viele Mitglieder der LKK haben im Bereich der Feinstofflichkeit andere Vorstellungen und Forschungsfelder als ein römischer oder Alt-Katholischer Christ. Dies soll Sie jedoch nicht daran hindern, unsere Liturgie zu erfahren und zu erleben.

Warum ist die LKK nicht in der Ökumene aktiv?

Die Liberal-Katholische Kirche ist ihrem Selbstverständnis nach voll ökumenisch, da es keine Beschränkung im Zugang zu den Sakramenten für Menschen aus anderen Kirchen oder Glaubensgemeinschaften gibt.

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) lehnt die Aufnahme der LKK hauptsächlich mit der Begründung ab, dass die LKK nicht christlich genug sei. Die theologisch fundierte Begründung ist die AcK uns jedoch immer noch schuldig. Somit ist ein Wirken der LKK in der sog. Ökumene leider bislang nicht möglich.

Unabhängig von der AcK-Ökumene (die nur ein Modell von vielen, aber die finanziell mächtigste und bekannteste Vereinigung ist), arbeitet die LKK seit 2015 intensiv an ökumenischen Verbindungen zu anderen (katholischen) Kirchen, die ebenfalls nicht von der AcK anerkannt werden.

Warum stehen bei Wikipedia so eigenartige Dinge über die LKK?

Wir verstehen nicht, warum es eine Gruppe von Menschen gibt, die so resilienterweise ihren sog. Edit-War gegen die LKK auf Wikipedia betreiben. Seit Jahren versuchen wir, die Inhalte auf Wikipedia so zu ändern, dass sie ein realistisches Bild über die Liberal-Katholische Kirche in Deutschland wiedergeben, und einiges konnten wir schon erreichen. Doch immer wieder wird der Eintrag modfiziert, und es dauert z.T. Monate, bis unsere Korrekturanträge bearbeitet werden.

Aus diesem Grund arbeiten wir auf unserer Hauptseite so intensiv daran, alles Informationen über die LKK bereitzustellen.

Ist die Liberal-Katholische Kirche anerkannt?

Die Antwort ist ganz klar: Ja. Nur fragt sich, wen Sie als anerkennende Instanz meinen. Sollten Sie aus Römischer Perspektive fragen, ist zu bedenken, dass die Bischöfe der LKK in der Apostolischen Sukzession stehen (also in der Reihe der ununterbrochenen Handauflegungen seit den Zeiten der Apostel), und somit sind alle in der LKK gespendeten Weihen und Konsekrationen in diesem Sinne gültig.

Allerdings erkennt die Römische Kirche (leider auch die Alt-Katholische Kirche auf episkopaler Ebene) diese Weihen nicht an und respektiert Bischöf*innen und Priester*innen etc. nicht in ihrem Amt. Das ist sehr schade, ändert aber nichts an der unleugbaren Katholizität der LKK.

Aus der Sicht anderer Kirchen, die die Apostolische Sukzession abgelegt haben oder nie hatten, ist die Frage der Anerkennung hinfällig.

Ist die LKK eine Vagantenkirche?

Das Begriffskompositum ist sich selbst widersprechend. Sogenannte “Vaganten” ziehen (wie es das Hauptwort schon angibt) umher und Weihen nach ihrem Belieben Priester*innen oder konsekrieren sogar Bischöf*innen und gehören keinem echten Bistum an.

In der LKK gibt es nur Bischöf*innen, die einem Bistum/einer Diözese vorstehen oder eine besondere Funktion innerhalb dieser verwalten. Priester*innen werden immer für den Dienst in einer Gemeinde geweiht und sind Mitglieder der Kirche.

Um es abschließend auf den Punkt zu bringen: Nein, die LKK ist qua Struktur keine Vagantengruppierung.

Annex-Literatur

Ist die LKK eine Kirche von weihegeilen Esoterikern?

Die Art Ihrer Frage zeigt, dass für Sie die Weihe eine Art Privileg oder Titelschmuck ist. In der LKK gehen Menschen, die an einem bestimmten Punkt ihrer Biographie einen inneren Ruf für ein Amt in der Kirche erfahren haben, im Rahmen ihres Schulungsweges durch viele Weihen. Dabei entfalten sich verschiedene Fähigkeiten, die sich sowohl liturgisch, als auch im Zusammenleben und -wirken mit anderen Menschen entfalten.

In der Liberal-Katholischen Kirche ist der geweihte Dienst im Sanktuarium, und somit eine bewußte und tatkräftige Mitarbeit in der Liturgie sehr erwünscht. Jeder und jede kann sich im rituellen Dienst einbringen – so wie es ihm/ihr entspricht. Ein kastenartiges Gefälle (wie vielleicht in anderen Kirchen installiert) gibt es in der LKK nicht.

Der Dienst in den Weihegraden steht immer im Zusammenhang mit einer Gemeinde, einem Gottesdienstort oder einer Meditationsgruppe (im Besten Fall am eigenen Wohnort, wenn es noch keine Gemeinde gibt); niemand wird der Weihe selbst wegen geweiht, und nur Mitglieder der LKK, die im Vorlauf eine innerkirchliche Ausbildung erhalten haben, können geweiht werden und in den Dienst im Sanktuarium / am Altar treten.

Warum ist die LKK über 100 Jahre alt und immer noch so klein?

Die Liberal-Katholische Kirche weltweit:
(reformierter Zweig ab 2003)

  • Niederlande
  • Belgien
  • Kanada
  • Österreich
  • Schweden
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Camerun
  • Demokratische Republik Kongo

 

 

Die Liberal-Katholische Kirche in Deutschland hat Entwicklungen durchlaufen, durch die der Mitgliederzahl und dem Klerus nachhaltiger Schaden widerfahren ist. Besonders im 3. Reich wurden Geistliche verhaftet und in Konzentrationslagern inhaftiert. Kircheneigentum wurde zerstört und Archivmaterial verbrannt.

Geschichte der Gemeinde in Deutschland seit der Gründung 1916

Die Anthroposophie hat in ihrer Ausdehnung im deutschsprachigen Raum der Theosophie “den Rang abgelaufen”. Somit wurde z.B. die etwas später gegründegte Christengemeinschaft eine sehr beliebte Gemeinschaft für esoterisch orientierte Christen, und die Liberal-Katholische Kirche geriet eher in relative Vergessenheit. Da die LKK in Deutschland nie über eine Besoldungsstruktur, ökumenische Verbindungen und finanzielle Rücklagen verfügte, konnte sie sich nicht ausbreiten und verlor nach dem 2. Weltkrieg zunehmend an Mitgliedern. Der geistliche Nachwuchs blieb aus, und somit dezimierte sich der Klerus altersbedingt bis zu den heutigen Verhältnissen. In den letzten Dekaden starben viele Priester altersbedingt, und die Gemeinden gingen mangels Nachwuchs unter. Zusätzlich wurde bis 2015 keine wirkliche Öffentlichkeitsarbeit betrieben.

Seit 2015 ist die LKK in der Diözese Deutschland wieder arbeitsfähig und arbeitet intensiv am Wiederaufbau der Kirche.

 

 

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