News

Unser Verhältnis zur Alt-Katholischen Kirche in Deutschland

Aufrufe: 26

von VRev. Daniel Becker

Die Wahrnehmung katholischer Tradition ist für den einfach gestrickten Rezipienten in der BRD recht eindimensional. Katholisch ist das mit dem Kindesmissbrauch und gegen Frauen. Katholisch ist fies und schlechter als evangelisch, weil jene ja so progressiv sind. Und jeder, der katholisch bleibt, ist ein gehirngewaschener, ansatzweise perverser Reaktionärer, potentieller AfD-Wähler und wahrscheinlich auch ein kryptoschwuler Klimaleugner…also Rechter.

Nun, in diesem Text will ich nicht die Dummheiten sozialistischer Greta-Sektierer und hysterisch-links-pathologischer Feministinnen verstärken, sondern im Ansatz zu einer geistig zurechnungsfähigen Beschreibung des Katholischen in der BRD kommen. Dazu braucht man ein klar-mentales Mindset und absolut kein von Sozialismus durchströmtes Wachbewußtsein – schwer genug. Denn der Ur-Sozialismus hat uns die evangelische Kirche gebracht – und jene ist das letzte, was wir als Katholiken brauchen. Und wir brauchen auch nicht den clandestinen Rassismus und Anti-Judaismus der Luther-Tradition, der stets mit dämlichen Argumenten unter den akademisch-internationalistischen Teppich gekehrt wird; denn wer Luther wirklich rezipiert und ernst nimmt, der ist zynischerweise und logischerweise ein „Nazi“. Lesen sie seine späteren Werke, lesen sie bitte alle Werke, und lügen sie sich dabei nicht in die eigene Tasche.

Warum diese agitative Einführung? Weil es notwendig ist. Warum ist das jetzt schon wieder notwendig? Weil sich Menschen, die sich rituell, intellektuell und wissenschaftlich vom Meinungs- und Forschungssozialismus distanzieren, sehr schnell als sogenannte Nazis, Rechte, Frauenhasser, Kryptoschwule, Fummeltrinen etc. beschimpfen lassen müssen. Natürlich weiß der ausgeglichene Mensch um die hysterischen Hass-Ideologien, die im Feminismus, Ökosozialimus und Kulturmarxismus zu vielfältigen Chauvinismen und ihren medialen Schnelltribunalen führen. Aber darüber in der Öffentlichkeit sprechen? Man könnte Ansehen, Job, Haus und Hof verlieren – so als Nazi.

Was hat das alles mit der Liberal-Katholischen Kirche und ihrem Verhältnis zur Alt-Katholischen Kirche, wohlgemerkt in der BRD, zu tun? Wir kommen jetzt dazu. Um zu verstehen, warum es zwischen den Kirchen, die im Sinne der apostolischen Sukzession einen entscheidenden Schnittpunkt haben, keinen Dialog gibt, sind die vorangegangenen Wissensbausteine nicht unwesentlich. Es sind akademische, politische und theologische Unterschiede, die z.B. eine Altargemeinschaft unmöglich machen. Ganz einfach fängt es an: Wer gegen Alice Schwarzer etwas hat, ist im alt-katholischen Seminar in Bonn persona non grata…weil das ja schwulen- und lesbenfeindlich ist. Wer als Theologe oder Geistlicher die Zelebrationsrichtung gen Osten bevorzugt, gilt für die alt-katholische Basis weitgehend als reaktionärer Klerikalist…oder viel schlimmer: als Römer, der bestimmt auch gerne das Hallelujah vor der Verkündigung des Evangeliums singt und weihrauchgeil ist, weil das ja eben so römisch ist. Diesen kleinen Einschub verstehen eher Theologen oder Altsprachler, aber sei es drum. Die Einsetzung letzteren Textteils ist aber dennoch hilfreich für das Verständnis über den Unterschied des Alt-Katholischen und des Liberal-Katholischen Kirchenvolks, denn im alt-katholischen Kraftfeld trägt man für gewöhnlich die eigene Traumatisierung durch die römische Kirche (oft jahrzehntelang) vor sich her und preist die international-global-genderistisch-umweltfreundlich-moderne Haltung der evangelischen Christenmenschen bis zur Absurdität, bei dringendem Erhaltungswillen all dessen, was man so schön, aber dennoch irgendwie verachtenswert-pervers an der eigenen katholischen Tradition findet. Ich glaube an diesem Punkt werden viele das Lesen beenden. Kritische Alt-Katholiken werden aber jetzt erst recht Interesse bekommen.

Eigentlich beginnt dieser Kurzaufsatz hier jetzt erst richtig, denn nun folgen die Informationen für einfach gestrickte Gemüter und Akademiker (diese Gruppen stehen sich in der Regel und in der BRD doch recht nahe). Die Alt-Katholische Kirche ist und war eine Bewegung, die sich stets aus praktischen, theologisch-akademischen und politischen Gründen herausbildete und anschließend gesellschaftliche Trends kirchenrechtlich und liturgiewissenschaftlich in die jeweilige Verfasstheit am Ort integrierte. Und das ist bis heute bedauerlicherweise ihr Problem – besonders in der BRD. Denn diese Entität mit ihren begrenzten Mitteln muss, geknüppelt von der Basis, für alles herhalten, was gerade in den Qualitätsmedien an Sau durchs Dorf getrieben wird. Sei es der sogenannte Faire Handel, die feministische Theologie, der Genderwahn, das geistige Tieffliegernetzwerk um die Heilige Greta usw. Ebenso üben die ökumenischen Partner, wie z.B. die EKD mit ihrem inherenten Meinungs-Sozialismus auf die Kirche ein, deren Hobbbyjournalisten und Hobbytheologen in regelmäßigen Abständen die Frage stellen, was denn nun Alt-Katholisch eigentlich sei. Bei der Beantwortung dieser Frage werden wir zwangsläufig und beklagenswerterweise wieder auf Ephemeritäten wie Klimaschutz, Feminismus, Genderismus, Veganismus (und dergleichen Schwachsinn unendlich viel mehr) zurückverwiesen. 

Als Liberal-Katholischer Mensch blickt man auf diese Misere mit Trauer –  mit einer Trauer, die aber nicht verächtlich ist, sondern in geschwisterlicher Wehmut über das an den Kulturmarxismus verlorengegangene Potential. Die Alt-Katholische Kirche ist nicht wertvoll und bewundernswert, weil sie Homosexuelle zur Aufnahme in den Klerus führt, mäßig begabte Frauen erfolglos in wichtige klerikale Ämter hebt und sich für Umweltschutz einsetzt. Nein! Aus Liberal-Katholischer Sicht ist das völlig normal und keiner besonderen Erwähnung wert. Wichtig ist zu verstehen, dass das Aufbegehren dieser Kirchen gegen die Römische Perversion folgenschwer manifestiert wurde; und wir sollten hier keinesfalls eine Parallele zu der lachhaften Pseudo-Revolution um die Judenhassertruppe eines verwirrten Säufers aus dem Mittelalter herstellen. Das wäre eine Beleidigung für jeden, der sich in der Entwicklungsgeschichte der Alt-Katholischen Bewegung kraftvoll eingebracht hat. 

Der Mut jener Altvorderen, die es sich wagten, gegen die römisch-imperialistische Geisteskrankheit aufzustehen – DAS ist es, was die Entwicklung der Liberal-Katholischen Kirche überhaupt erst möglich machte.  Aus diesem Grund fühlen sich ernsthaft Forschende im Kraftfeld der Liberal-Katholischen Kirche der älteren Schwesterkirche so verbunden. 

Leider beruht dies nicht auf Gegenseitigkeit, denn gerade im bundesrepublikanischen Kontext wird die LKK weitläufig akademisch, liturgisch und theologisch verachtet und ausgegrenzt. Es kann nur immer wieder betont werden, dass seitens der LKK stets ein Interesse an Dialog, Verbindung und Kirchenfreundschaft besteht, wenn auch die beiden Schwesterkirchen sich in ihrer Liturgie zunächst augenscheinlich unterscheiden und die Riten der Alt-Katholischen Kirche mehr und mehr von protestantischen Unsinnigkeiten durchströmt werden. Neuere Kirchenbrücken, als da wäre die Gemeinschaft mit der Kirche von Schweden, zerfasern die sakramentale Stabilität der Alt-Katholischen Kirche weiter; diese funktionalen Brücken zum evangelischen Vernichtungssozialismus werden der AK zukünftig viele weitere Probleme bereiten. Auch wenn ein Brückenbau zwischen AK und LKK der sinnvollste Schritt in Richtung einer stabilen und umfassenden Erneuerung für die Spiritualität und Ritualität der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland wäre, wird er nicht gegangen werden können. 

Sozialismus und Protestantismus sind keine echten Geisteswirkungen, sondern lediglich zeitgeschichtliche Werkzeuge für Gehirnwäsche und Steuererhöhungen. Die Katholische Tradition jenseits der römischen Gewaltherrschaft beruht auf unumstößlichen Wahrheiten, die fester Bestandteil der condition humana sind. Darauf vertrauen wir – und aus diesem Grunde fühlen wir und handeln wir in Alt-Katholischer Tradition und Geistesgegenwart.