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Heute vor einem Jahr wurde Rev. Daniel Becker zum Priester geweiht

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“Wir haben mit unseren bengrenzten Mitteln und gegen viele Widerstände, besonders aus den Reihen der Bonner Kirchen, sehr viel seit der Gemeindegründung im Jahr 2015 erreicht. Die Kirche in Deutschland lag am Boden, aber durch die unermüdliche Unterstützung meiner Frau, meiner ganzen Familie, treuer Freunde, und nicht zuletzt durch die liebevolle und freundschaftliche Begleitung von Bischof Evert können wir unseren Weg gehen und die Liberal-Katholische Kirche weiter kraftvoll beleben und wieder aufbauen.”
(Rev. Daniel Becker)

In den vergangenen Dekaden verschlechterte sich die Situation für die Diözese der LKK in Deutschland dramatisch. Durch sehr restriktive Personalpolitik des Generalvikariats, unübersichtliche Strukturen und viele Sterbefälle konnte kein Geistlicher Nachwuchs dem fortschreitenden Verschwinden der örtlichen Präsenz in vielen Teilen Deutschlands entgegenwirken. Nahezu alle Gemeinden gingen im Verlauf der letzten zwei Dekaden unter. Innerdiözesane Machtkämpfe blockierten jegliche Weiterentwicklung, und die Zeichen standen schlecht für ein Fortbestehen der Kirche. Zu Beginn des Jahres 2015 gab es in Deutschland nur noch eine 2-Personen-Gemeinde in Lebach (Saarland) die gleichzeitig als Generalvikariat fungierte, jedoch keine Kapazitäten hinsichtlich der Außenvertretung mehr hatte.

Geschichte der LKK-Gemeinden in Deutschland

Daniel Becker wurde in dieser schwierigen Zeit Mitglied der Kirche und baute mit den wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln (noch als Ministrant und ehemaliger alt-katholischer Priesterseminarist) zügig eine eigenständige Gemeinde auf. Er stellte ebenso zügig und entschlossen ökumenische Kontakte zu anderen katholischen Kirchen her und baute freundschaftliche Kontakte auf, die heute als praktisch-freundschaftliche Para-Ökumene bezeichnet werden können. In den Jahren 2015-2017 erhielt er sowohl die Niederen als auch die Höheren Weihen bis zum Priester.

Entgegen innerdiözesaner Widerstände und durch intensive Unterstützung von Regionarbischof Evert Sundien, den Kirchen in Schweden, Dänemark, Österreich, USA und den Niederlanden (VKK) gelang es, strukturelle Elemente wie z.B. Literatur, Ausbildung, Ausstattung und Regelwerke, die LKK in Deutschland wieder formal und praktisch zu ordnen und zum Leben zu erwecken.

Der aktive und aggressive Widerstand der römischen und evangelischen Kirche im Zusammenwirken mit der AcK (Arbeitskreis christlicher Kirchen) in Bonn zwang Rev. Becker zu alternativen Überlegungen hinsichtlich des Gottesdienstortes. Alle kirchlichen Einrichtungen (trotz hoher Leerstände und sinkenden Mitgliederzahlen) weigerten sich, und weigern sich bis zum heutigen Tag, der LKK Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen – nicht pro bono, und selbst nicht unter der Bedingung von Mietzahlungen etc. Der Hass der Systemkirchen gegen die LKK ist bislang ungebrochen und gleichwohl nicht rational erklärbar. Leider war auch die alt-katholische Kirche in Bonn (Bischofssitz) nicht unbeteiligt an der Totalblockade ihrer Schwesterkirche (die LKK hat sich kampflos aus der Alt-Katholischen Kirche heraus entwickelt und versteht sich nach wie vor als Alt-Katholisch im Sinne ihrer Herkunft und im Bezug auf ihre apostolische Sukzession). Herablassend und mit beleidigendem Argwohn gegen sämtliche Geistliche der LKK wurde der erste Besuch Bischof Sundiens in Bonn von hohen Würdenträgern der alt-katholischen Kirche ausgiebig kommentiert. Das Verhalten der etablierten regionalen Medien gleicht nach wie vor einer Pressesperre, da der Bonner General-Anzeiger als Zeitungshegemon unter alt-katholischer Führung sämtlichen Redakteuren untersagte, über die Entwicklung der LKK zu berichten, Pressemitteilungen zu veröffentlichen oder Veranstaltungen zu erwähnen. Sogar Alt-Katholiken der Bonner Gemeinde die mit der bischöflichen Führung und der lokalen Pastorale unzufrieden sind, besuchen mittlerweile die Gottesdienste der Gemeinde St. Chamuel und freuen sich über die Alternative. Kontakte zu Geistlichen der alt-katholischen Kirche in Österreich konnten unter friedlichen Vorzeichen aufgebaut werden und erfreuen sich fortschreitender Belebung. Die römische Kirche in Bonn kämpft gegen Rev. Becker in einem Ausmaß, dass ihn sogar in berufliche Schwierigkeiten brachte.

Glückliche Umstände führten dazu, dass sowohl im Jahr 2015 ein Karnevalsverein Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, als auch im Wohnhaus der Familie Becker ab 2016 eine Pfarrhausstruktur mit Kapelle hergestellt werden konnte. Dies ermöglichte ein regelmäßiges Gottesdienstangebot für Gemeindemitglieder, interessierte Besucher und neue Seminaristen. Sogar Weihen können in der Pfarrhauskapelle stattfinden.

Heute ist die LKK medial wieder sehr präsent und kann ein stetig anwachsendes Interesse verzeichnen. Zwar nimmt in Deutschland die Ablehnung kirchlicher Themen und Kraftfelder allgemein und stetig zu; aber dadurch dass in der LKK alle Probleme der Systemkirchen hinsichtlich Sakramentalität, “sexueller Veranlagung”, gesellschaftlicher, theologischer, moralischer Fragen, Meinungs-, Gedanken- und Lehrfreiheit etc. nicht relevant sind, blickt die Kirche auf eine verheißungsvolle Zukunft.

Rev. Daniel Becker

“Ich freue mich über das anwachsende Interesse der Menschen besonders in den sozialen Medien. Aber es ist noch ein langer Weg, bis sich die ganzen “Likes” in Besuche oder sogar eine jeweils aktive Beteiligung umwandeln lassen. Viele Menschen sind so derart verschreckt von den Perversionen der Systemkirchen, dass “Religion”, “Kirche” und besonders der Terminus “katholisch” zu Reizworten geworden sind. Das ist mit Blick auf die Systemkirchen eine berechtige Abneigung, und es ist unsere Aufgabe als Kirche, diesen Trugbildern, an denen wir als LKK keine Schuld tragen, entgegenzuwirken. Das nehme ich mit in mein Leben und arbeite täglich daran.”
(Rev. Daniel Becker)