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Geheimbünde im Verhältnis zur Liberal-Katholischen Kirche in Deutschland

Eine thematisch-soziale Einführung von VRev. Daniel Becker

Die intensive Forschung an allem, was der Mensch bis in unsere heutige Zeit versucht hat, als greifbaren Denkapparat zu formen, ist in einer christlich-gnostischen Bewegung wie der LKK eine Selbstverständlichkeit. Jeder Mann und jede Frau hat die Verpflichtung vor sich selbst, eben nicht dort Halt zu machen, wo biographisch oder sozial bedingt intellektuelle Konditionierungen Blockaden setzen. 

Ideologische Durchseuchung ist ein Zustand, der von wahrhaft gnostisch forschenden Menschen immer durchbrochen wurde und in der Menschheitsgeschichte zu hohen geistigen Erkenntnissen geführt hat. Große Denker in diesem Kraftfeld haben schon lange, bevor die materialistische Wissenschaft ansetzen konnte, essentielle kosmische Zusammenhänge ergründet und in der Sprache ihrer Zeit niedergelegt. Die unbeirrte Weiterführung dieser Arbeitstradition ist eine Aufgabe, der sich die Liberal-Katholische Kirche in Deutschland verpflichtet fühlt und allzeit bestrebt ist, die Freiheit der Gedanken, der Lehre und der Forschung sowohl für Mitglieder als auch für Kleriker und Geistliche sicherzustellen und zu stärken. Jeglicher Dogmatismus wird strikt abgelehnt, wenn auch es eine kirchliche Verfassung und eine Liste von gemeinsamen Auffassungen für das Wirken in der Liturgie und der Seelsorge gibt. Ohne diese wäre die Liberal-Katholische Kirche keine Entität mehr, sondern ein uferloser Fluß. Mit diesem Bild im geistigen Hintergrund möchte ich nun den Vordergrund zum Thema Geheimbünde im Verhältnis zu unserer Kirche zeichnen.

Die Gründungsväter der Liberal-Katholischen Kirche waren erwiesenermaßen in ihrer Forschung auf den vielfältigsten Pfaden unterwegs und setzen in verschiedenen Traditionen der Esoterik und Gnosis eigene unvergessene Akzente. Orte ihrer Arbeit waren nicht nur kirchlich-theologische Gruppen, sondern vielmehr Freimaurerlogen, die Theosophische Gesellschaft und weitere esoterische Zirkel, deren Namen heute eher fragwürdig anmuten. Berechtigterweise!

Unsere Altvorderen befanden sich in einer Situation, die im Zeitalter des Weltnetzes (Internet) und zumeist frei zugänglicher Literatur in digitaler Fassung nur noch schwer vorstellbar ist. Man musste sich eng mit den Menschen der jeweiligen Forschungsströme persönlich verbinden, um den festen Panzer der römisch-mosaisch-protestantischen Gehirnwäsche durchbrechen zu können, der die Menschen ideologisch fest im Griff hielt. An den Orten okkulter Arbeit lagerte altes Wissen, das für Mitglieder dieser Geheimgesellschaften systematisch erlernbar und in der nichtöffentlichen Diskussion erlebbar war. Dieses Potential musste beschützt und vor der allgegenwärtigen Bedrohung durch dogmatische Raubtiere und Bücherverbrenner abgesichert werden. Allerdings, und das hat sich bis unsere heutige Zeit nicht verändert, ist die Arbeit in diesen okkulten Geheimgesellschaften in den meisten Fällen nicht das, was sie auf den ersten Blick – dem exoterischen – zu sein scheint. Zu dieser Erkenntnis kamen unsere Gründer sicherlich spätestens, als sie sich weiter in die esoterischen Sphären jener Geheimgesellschaften bewegten und erfahren mussten, dass die dortige Arbeit nichts mehr mit Christentum oder weißer Magie zu tun hatte. Wie ernst unsere ersten Bischöfe und Priester nach dieser Einsicht ihre Arbeit in den verschiedenen Bünden und Gesellschaften dann noch verfolgten, kann nur angenommen werden. Hätten Sie ihre Arbeit stringent nach den Idealen der Freimaurerei oder z.B. des Martinismus ausgerichtet, hätten sie niemals eine Kirche gegründet und kultiviert, die z.B. über eine so kraftvolle Christologie, Angelologie und Liturgie verfügt. Frank und frei: die LKK wäre heute eine von Satanismus durchzogene, perverse Sekte. Das ist sie aber keinesfalls, und für sämtliche Vermutungen und Behauptungen, die anderes beinhalten, gibt es keine theoretischen und praktischen Beweise.

Ein arges Problem, mit der sich die Kirchenleitungen der deutschsprachigen Diözesen der LKK heute beschäftigen müssen, ist aber, dass viele sogenannte Gnostiker in unserer Kirche ein Tor zum unendlichen Missbrauch geistlicher Kräfte sehen und versuchen, sich dieser in verschiedenen Weisen habhaft zu machen. Der Umstand, dass viele Bischöfe und Entscheider in der Kirche größtmögliche Freiheit in der Forschung und im Ritualverhalten für die Mitglieder der Kirche ermöglichen wollten, bescherte der Kirche jedoch gleichzeitig die Einwirkung der Freimaurerei und assoziierter Geheimbünde. Intelligente, seelisch gefestige Charakter können mit den verschiedenen Frequenzen der unterschiedlichsten Forschungs- und Ritualgruppen umgehen. Doch von diesen Charakterträgern gibt es wirklich nur sehr wenige – und das hat nicht zuletzt auch karmische Gründe. Im Normalfall läßt sich folglich für Menschen, die sich selbst in den Stand der Zweigleisigkeit oder sogar Mehrgleisigkeit überheben feststellen, dass die eine Willenslinie der anderen schadhaft gegenübersteht und sich sehr schnell Gewissens- und eben Willenskonflikte ergeben.

Erfahrungsgemäß leidet die Arbeit in der Kirche unter den Folgen einer Mitgliedschaft in einem Geheimbund oder ähnlichen Gruppen und Sekten. Dort werden Schwüre und Versprechen abgelegt, die der christlichen Frequenz sehr oft diametral gegenüberstehen und in Folge derer ein diesbezüglicher Verstoß die Geheimbündler um Leib und Leben fürchten machen. Diese Umtriebe hat es in der LKK niemals gegeben, und es gibt sie auch heute nicht. Diesen Umstand, diese Freiheit und diese Sicherheit zu garantieren, ist Pflicht eines jeden Klerikers und eines jeden Geistlichen in der Liberal-Katholischen Kirche.

Von Mitgliedschaften in Geheimbünden, okkulten Gesellschaften, Orden etc. ist deswegen für Menschen, die im Klerus der LKK in Deutschland wirken möchten, dringend abzuraten.