Lehre

1. Die Existenz Gottes ist unendlich, ewig, transzendent und immanent. Er ist das eine Sein, von dem alles andere Sein abgeleitet wird „In Ihm leben, weben und sind wir.“ (Apostelgeschichte XVIII, 28).
2. Die Offenbarung Gottes im Weltall als Dreifaltigkeit, die in der christlichen Religion Vater, Sohn und Heiliger Geist genannt wird, drei Personen in einem Gott, gleichen Wesens und gleich ewig, der Sohn alleingeboren vom Vater, Der Geist, hervorgehend aus dem Vater und dem Sohn. Der Vater, die Quelle von allem, der Sohn „das Wort, das fleischgeworden ist und unter uns gewohnet hat“, der Heilige Geist, der Lebensspender, der Erleuchter und Heiligende.

3. Der Mensch, nach dem Bilde Gottes geschaffen, ist seinem Wesen nach göttlich, ein Funke des göttlichen Feuers. Da er an der Natur Gottes Teil hat, kann er nicht aufhören zu sein; deshalb ist er ewig, und der Glanz und die Herrlichkeit seiner Zukunft sind ohne Grenzen.

4. Christus lebt immer als eine mächtige und geistige Gegenwart in der Welt, sein Volk führend und erhaltend. Die Göttlichkeit, die in Ihm geoffenbart wurde, entfaltet sich allmählich in jedem Menschen, bis jeder einzelne zu einem vollkommenen Menschen nach dem Maße der Größe der Vollkommenheit Christi wird. ( Eph. IV.,13 )

5. Die Welt ist der Schauplatz eines geordneten Planes, demzufolge der Geist des Menschen fortgesetzt seine Kräfte entfaltet, indem er sich wiederholt in den wechselnden Lebensbedingungen und Erfahrungen zum Ausdruck bringt. Diese Evolution oder spirituelle Entfaltung geht unter einem unverletzlichen Gesetz von Ursache und Wirkung vor sich. „Was der Mensch säet, das wird er ernten.“ (Gal. VI/7) Seine Taten in jeder einzelnen physischen Verkörperung bestimmen weitgehend seine Erfahrungen nach dem Tod in der Zwischenwelt (oder Welt der Läuterung) und der Himmelswelt und beeinflussen stark die Umstände seiner nächsten Geburt. Der Mensch ist ein Glied in einer großen Lebenskette, die vom höchsten bis zu niedrigsten reicht. So wie er denjenigen hilft, die unter ihm stehen, so wird ihm auch von denjenigen geholfen, die über ihm auf der Lebensleiter stehen. Er empfängt auf diese Weise ein „freies Gnadengeschenk“. Es gibt eine „Gemeinschaft der Heiligen“ von gerechten, vollkommen gewordenen Menschen oder Heiligen, die der Menschheit helfen; es gibt auch ein dienendes Wirken von Engeln.

6. Der Mensch hat ethische Pflichten sich selbst und anderen gegenüber. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Gemüt und deiner ganzen Kraft.“ Dies ist das erste und größte Gebot, und das zweite ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Es ist die Pflicht des Menschen, das göttliche Licht in sich selbst und anderen zu erkennen, jenes Licht, das jeden Menschen erleuchtet.(Joh. I,9) Weil die Menschen Gottes Söhne sind, sind sie Brüder und untrennbar miteinander verbunden. Was einen verletzt, verletzt die ganze Bruderschaft. Daher hat jeder Mensch gegenüber dem Gott in sich und dem Gott in anderen die Pflicht, sich ständig zu bemühen, gemäß dem Höchsten, das in ihm ist, zu leben, um es dadurch diesem Gott in ihm zu ermöglichen, erstens immer vollkommener offenbar zu werden und zweitens, die Tatsache dieser Bruderschaft anzuerkennen durch beständiges Streben nach Selbstlosigkeit, durch Liebe, Rücksichtnahme und Dienst gegenüber seinen Mitmenschen. Dienst an der Menschheit und Opferung des niederen Selbstes an das höhere sind Gesetze des spirituellen Wachstums.

7. Christus hat verschiedene Sakramente eingesetzt, in denen uns durch ein äußeres und sichtbares Zeichen, innere und geistige Gnade gespendet wird. Es gibt sieben solcher Riten, die als Sakramente anzusehen sind, nämlich: Taufe, Firmung, die heilige Eucharistie, Absolution, heilige Ölung, heilige Ehe und die heiligen Weihen. Die Lehre dieser Sakramente ist in der autorisierten Liturgie der Liberalkatholischen Kirche genügend dargelegt. Christus, das lebendige Haupt der Kirche, die er gegründet hat, ist der wahre Spender aller Sakramente. So wie die LKK als Mitglieder alle willkommen heißt, welche die Wahrheit suchen, so verlangt sie doch nicht von ihren Mitgliedern, die Darlegung der Lehre anzunehmen. Dies soll vielmehr als wesentlicher Beitrag der LKK zum christlichen Gedankengut angesehen werden. Die Bischöfe der Kirche sollen jedoch nur solche Kandidaten für eine Weihe annehmen, die der Darlegung der Lehre im Allgemeinen zustimmen.