Beichte

Die Ohrenbeichte bleibt dem freien Belieben eines jeden überlassen und wird nicht als Vorbereitung für den Empfang der Heiligen Kommunion gefordert. Ihre häufige und systematische Ablegung wird nicht verlangt, da sie dazu geneigt macht, den wahren Wert des Sakramentes im geistigen Leben des Individuums zu vereiteln. Da sie aber nichtsdestoweniger glaubt, dass die Gnade der Lossprechung eine der Gaben Christi an sein Volk ist ( Joh. XX, 23), bietet die Kriche diese Hilfe allen jenen, die sie verlangen, entweder durch die Ohrenbeichte oder in den öffentlichen Gottesdiensten. Doch darf eine solche Lossprechung von der Last der Sünden nicht als etwas betrachtet werden, was dem Menschen ermöglicht, den Folgen begangenen Unrechts zu entgehen, vielmehr muss sie als eine Wiederaufrichtung des Menschen, als eine Wiederherstellung jener inneren Harmonie seiner Natur betrachtet werden, welche durch sein Unrechttun gestört wurde – als ein abermaliges In-Übereinstimmung-Bringen mit der göttlichen Kraft, die durch ihn fließt und deren wahrer Ausdruck er sein soll.