„Das Bild der Schöpfung“

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Impulse

Ich möchte mit J.W. v. Goethe beginnen:

So schreite in dem engen Bretterhaus

Den ganzen Kreis der Schöpfung aus

Und wandelt mit bedächt’ger Schnelle

Vom Himmel durch die Welt zur Hölle.

Es stellt sich nun die uralte Frage nach der Macht, durch welche alles geschaffen wurde…

Goethe sagt:

So ist es die allmächtige Liebe,
die alles bildet, alles hegt…

J.W.v.G sagte: „Alle Dinge sind geistig erschaffen. Gemüt und nicht die Materie ist der Schöpfer. Liebe, das göttliche Prinzip, ist Vater und Mutter des Weltalls, einschließlich des Menschen.“

Es kann nur einen Vollkommenen und einen ewigen Schöpfer geben, deshalb gibt es auch nur eine vollkommene und ewige Schöpfung. Des Menschen geistiges Sein müssen wir erkennen, dann werden wir auch Gottes Schöpfung erkennen und verstehen.

Wenn sich der Mensch als Teil des einen universellen  Geistes erkennt, wird er eins sein mit der Schöpfung und wird seine Kräfte bewusst zum Wohle aller einsetzen und damit beitragen zu einem besseren Dasein der Natur auf unserem Planeten, einschließlich der Menschen. Da alle Menschen das Abbild des einen Geistes sind – was Leben in Freiheit, nicht Leben in der Begrenzung , der Materie bedeutet – sind sie alle miteinander durch ein unsichtbares Band verbunden. Da die ganze Natur von göttlichem Lebe erfüllt ist, sind alle Dinge auf diese Weise miteinander verbunden und bilden in ihrem Wesen eine göttliche Einheit, das Prinzip der absoluten Einheit der Natur. Dazu gehören auch wir Menschen und der Geist in uns macht uns freu von den Begrenzungen der Materie.

Wir sollen nicht nur glauben, sondern wir sind befähigt zu wissen, dass wir selbst ein Bild der Schöpfung sind. In uns ist alles Licht des Schöpfers; lassen wir es aufgehen in unserem Inneren, so mangelt uns nichts und wir haben uns selbst gefunden als Teil der vollkommenen Schöpfung.

Finden wir das Licht in uns und erkennen, dass Licht Leben und Leben Geist ist, der Geist Gottes. Wo aber Gott ist, ist Wahrheit und die Wahrheit macht uns frei und stark.

Karl von Eckartshausen schreibt: „Gott ist überall. Der wahre Mensch wandelt immer im Tempel der Gottheit und betet ohne Unterlass, denn sein Geist und sein Herz sind dieser Tempel.“

Unser bekanntester Dichter der Steiermark, Peter Rosegger, schreibt: „Unsere Seele ist eins mit Gott und unsere Heimat ist die Ewigkeit. Alle Zeitläufe und Daten sind nur Atemzüge dieses unendlichen Lebens, vor dessen Majestät der Angelegenheit unseres zeitweiligen Strebens nichts als Wäschewechsel ist; man soll Gott nicht nach außen hin suchen, im unbegrenzten Raum, sondern in der eigenen Brust…Menschenkind, du geheimnisvolles, unsterbliches Wesen, vergiss nicht, dass auch alle anderen Kreaturen den Kreis der Unsterblichkeit mit dir reigen (teilen).“

                                                                                              (Wolfgang Proksch)

Share

Schreibe einen Kommentar