Karsamstagsliturgie

Karsamstag (Feuerweihe)

Der Altar ist mit einem schmucklosen Leinentuch und einem violetten Frontale bedeckt, sonst aber ungeschmückt. Das Altar- und Prozessionskreuz sind mit violettem Flor verhüllt. In den Leuchtern sind Kerzen, aber sie sind noch nicht angezündet. Die Farbe der Gewänder ist violett. Vor dem besonderen Dienst des Tages – der Feuerweihe, sofern dieser am Vormittag oder am Abend gefeiert wird, – kann eine Prim oder Komplet stattfinden.

Prim oder Komplet

Es können nach Belieben in der Prim oder Komplet die nachfolgenden zwei Lesungen Ia und IIa oder die Lesungen Ib oder Iib gelesen werden.

Ia: 1. Petrusbrief 3,14
IIa: Ps 37, 3
IIa: Joh 14, 1
IIb: Mt 27, 57

Kollekte

Christus unser Herr, dessen Leben deine Kirche vor uns ausbreitet als einnvollkommenes Beispiel zu unserer Nachahmung, gib, daß wir dir durch das mystische Begräbnis in ein neues Leben folgen mögen, du der du lebest und regierest in ewiger Herrlichkeit.

Feuerweihe

Zu einer passenden Zeit (Karsamstag morgen ider abend oder Ostermorgen) vor der Feuerweihe wird außerhalb der Kirche ein Feuer entzündet. Es ist wünschenswert, daß der Zunder, der zur Bereitung des Feuers dient, mittels einer Linse von der Sonne zum Brennen gebracht wird. Falls dies nicht möglich ist, sollte Feuerstein und Stahl verwendet werden. Wird die Feuerweihe am Karsamstag nach Sonnentuntergang gefeiert, kann sich daran eine feierliche Einzugsprozession (Aufgerstehungsprozession) mit dem Allerheiligsten Sakrament und eine feierliche Segensandacht anschließen. Wird sie am Ostermorgen vorgenommen, dann folgt die Auferstehungseucharistie. Der Dienst der Feuerweihe beginnt mit der Asperges (jedoch ohne die Anrufung des Engels). Dann wird eine Prozession gebildet, die zur Kirchentür zieht. Der brennende Zunder (Holzkohle) wird in ein geeignetes Gefäß gegeben, etwa in ein zweites Rauchfass. Der Priester segnet das neue Feuer:

P: Möge dieses Feuer + gereinigt und + gesegnet werden von ihm, zu dessen Ehre es entzündet wurde.

Etwas Räucherkohle wird von dem neuen Feuer entzündet bzw. weggenommen und in ein anderes Rauchfaß gegeben. Fünf Weihrauchkörner, für die Osterkerze werden gesegnet:

P: Möge dieser Weihrauch + gereinigt und + gesegnet werden von ihm, dem sein Wohlgeruch geweiht ist.

Die dreifache Kerze (Triangel) wird vom neuen Feuer entzündet und gesegnet:

P: Möge diese Kerze + gereinigt und + gesegnet werden von ihm, der das Licht der Welt ist.

Die Prozession kehrt nun zurück. Wenn Diakon und Subdiakon assistieren, trägt ersterer die fünf Weihrauchkörner. Der Diakon, der inzwischen in eine weiße Dalmatik gekleidet wurde, trägt die von dem Feuer entzündete dreifache Kerze. Sonst trägt en Akolyth oder Ministrant den Weihrauch, und der Priester selbst nimmt die Kerze. Während der Prozession werden von allen, die teilnehmen, vier Kniebeugen gemacht. Bei jeder Kniebeuge hebt der Diakon (bzw. der Priester) die dreifache Kerze empor und singt oder spricht:

D/P: Christus ist unser Licht.

G: Möge sein Licht in unseren Herzen erstrahlen.

Nachdem die Prozession den Altar erreicht hat, spricht der Diakon / der Priester knieend:

D/P: Reinige mein Herz und meine Lippen, o Gott, der du durch die Hand deines Seraphs die Lippen des Propheten Jesaias mit einer glühenden Kohle von deinem Altare läutertest; reinige mich in deiner Liebe und Güte, auf daß ich dein heiliges Evangelium würdig verkünden möge, durch Christus unseren Herrn.

G: Amen.

Der Priester segnet in üblicher Weise:

P: Möge der Herr in deinem/meinem + Herzen und auf deinen/meinen + Lippen sein, auf daß durch dein/mein Herz die Liebe Gottes scheine und durch deine/meine Lippen seine Macht offenbar werde.

G: Amen.

Der Diakon / der Priester wendet sich zur Gemeinde:

D/P: Der Herr sei mit euch.

G: Und mit deinem Geiste.

Der Diakon / der Priester wendet sich nach Norden, wo neben der Osterkerze ein Akolyth/Ministrant mit dem Evangelienbuch steht. Nach Norden gewandt liest er:

D/P: Prolog des Evangeliums nach Johannes in geeigneter Fassung

Im Anfang war das Wort […] sondern aus Gott geboren sind.

Alle knien nieder

Und das Wort ist Fleisch geworden

Alle erheben sich wieder.

…und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des alleingeborenen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

G: Amen.

Der Diakon befestigt jetzt die fünf Weihrauchkörner an den dafür vorgesehenen Stellen in der Osterkerze in Form eines Kreuzes. Der Priester segnet die Kerze vom Altar her mit den Worten:

P: Möge diese Kerze + gereinigt und + gesegnet werden von ihm, zu dessen Ehre sie verbrennen soll.

Der Diakon entzündet die Osterkerze mit der dreifachen Kerze und die Kerzen am Altar sowie alle anderen Lichter in der Kirche, ausgenommen das ewige Licht vor dem Allerheiligsten Sakrament. Hierauf spricht der Priester:

P: Laßt uns beten: Gesegneter Herr, mögen unsere Herzen während dieses Osterfestes so von deiner Kraft entflammt werden, daß wir, auferstanden aus dem Dunkel der Verfehlungen und der Unwissenheit, im Glanze deines Lichtes erstrahlen mögen, o du, der du unsere Sonne der Rechtschaffenheit bist.

G: Amen.

Der Diakon zieht wieder die violette Dalmatik an. Nach alter Gewohnheit der Kirche kann an dieser Stelle eine Taufe vollzogen werden. Weihwasser wird in üblicher Weise gesegnet. Doch an diesem Tag taucht der Priester den unteren Teil der Triangel (dreifache Kerze) ins Wasser und macht mit ihr dreimal das Zeichen des Kreuzes, indem er spricht:

P: Im Namen des + Vaters, des + Sohnes und des + Heiligen Geistes.

G: Amen.